Aktionstag und Sternmarsch gegen den Braunkohleabbau in der Lausitz

Proteste gegen den braunkohleabbau in der lausitz

Am vergangenen Wochenende fanden in der Lausitz mehrere Aktionen gegen den Braunkohleabbau statt, an denen ich als Vertreter der Kampagne ausgeCO2hlt teilnahm. Die Veranstaltungen zielten darauf ab, die Zerstörung wertvoller Naturräume und die Gefahren des Klimawandels durch den Abbau von Braunkohle zu thematisieren. Die Beteiligung war hoch, was die wachsende Besorgnis über die ökologischen und sozialen Folgen des Braunkohleabbaus in der Region widerspiegelt. Es war ein Wochenende voller Engagement und Hoffnung auf Veränderung.

Exkursion in den urwald weißwasser

Der Aktionstag begann mit einer Exkursion durch den Urwald Weißwasser, der für den Tagebau Nochten abgeholzt werden soll. Trotz des Regens nahmen rund 30 Menschen an der Wanderung teil, um die ökologische Bedeutung dieses Waldes zu erkunden. Die Gruppe wurde Zeuge der Zerstörung durch die Rodung für die Grundwasserabsenkung und der bereits vollständig zerstörten Tagebaukante. Diese Erfahrung verdeutlichte die dringende Notwendigkeit, den Klimawandel zu bekämpfen und den Abbau von Braunkohle zu stoppen.

Infoveranstaltung und podiumsdiskussion in rohne

Im Anschluss an die Exkursion fand in Rohne eine Infoveranstaltung und eine Podiumsdiskussion statt. Etwa 40 Personen nahmen teil und informierten sich über den Widerstand gegen die Erweiterung des Tagebaus Nochten. Die Erweiterung würde die sorbisch bewohnten Dörfer Rohne, Mulkwitz, Mühlrose, Klein-Treben und Teile von Schleife bedrohen. René Schuster von der Umweltgruppe Cottbus erläuterte die aktuelle Öffentlichkeitsbeteiligung zum Braunkohlenplan und forderte zur Einreichung von Einwendungen auf.

Diskussion über proteststrategien

Das Podium, bestehend aus Mathias Berndt (Pfarrer von Atterwasch), Mike Kess (BI „CO2-Endlager stoppen“), Nelly Grotenfendt (gegenstromberlin) und Thomas Borchert (Klinger Runde), diskutierte die Perspektiven des Protests gegen den Tagebau. Angesichts des erfolgreichen Widerstands am Tagebau Welzow-Süd äußerten sie die Hoffnung auf einen ähnlichen Erfolg am Tagebau Nochten. Die Diskussion beleuchtete verschiedene Strategien und die Bedeutung der Solidarität im Kampf gegen den Braunkohleabbau.

Der 5. sternmarsch der dörfer

Am Sonntag fand der 5. Sternmarsch der Dörfer Atterwasch, Grabko und Kerkwitz statt, die vom Tagebau Jänschwalde-Nord bedroht werden. Rund 800 Menschen nahmen teil, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr darstellt. Die Demonstranten kamen aus der Region, aus Neubrandenburg (CCS-Gegner) und Berlin (Klimaschützer). Auch eine Gruppe von Braunkohlegegner aus Polen schloss sich dem Marsch an, da auch dort neue Tagebaue geplant sind.

Ein entschlossener protest

Der Demonstrationszug bot ein Bild einer kleinen, aber sehr entschlossenen Protestbewegung. Die Teilnahme von Menschen aus verschiedenen Gruppen und Regionen unterstreicht die breite Unterstützung für den Kampf gegen den Braunkohleabbau. Die Proteste werden der Brandenburger Landesregierung weiterhin Sorgen bereiten und den Druck auf die Politik erhöhen, eine nachhaltige Energiewende einzuleiten und die Dörfer in der Lausitz zu schützen.