Bedrohte Dörfer

Braunkohlentagebau führt zur Zerstörung von historisch gewachsenen Dörfern und Kulturlandschaften. In der Vergangenheit wurden in West- und Ostdeutschland ungefähr 150 Dörfer der Braunkohle geopfert. Wie die folgende Übersicht zeigt, sind in Deutschland auch heute noch 30 Dörfer mit zusammen 10.000 Einwohnern von Abbaggerung und Zwangsumsiedlung bedroht!

Rheinisches Braunkohlenrevier

Im rheinischen Braunkohlenrevier bei Köln sind 11 Dörfer von der Abbaggerung durch RWE bedroht. Der Ort Pier soll schon in Kürze dem Tagebau Inden weichen. Von ursprünglich 1800 Einwohnern, lebten 2010 nur noch 50 in dem sterbenden Ort.

Für den Tagebau Hambach sollen in den nächsten Jahren die Orte Manheim mit 1500 Einwohnern und Morschenich mit 500 Einwohnern weichen, deren Umsiedlung 2013 bzw. 2015 beginnen soll.

Quelle: Wikipedia

Umsiedlungen für den Tagebau Garzweiler (Quelle: Wikipedia)

Der Tagebau Garzweiler bedroht gar die Existenz von acht Ortschaften. Die Umsiedlung der Orte Lützerath (noch 50 Einwohner), Immerath (noch 400 Einwohner) und Borschemich (noch 250 Einwohner) hat bereits 2006 begonnen. In den Jahren 2016-2019 sollen auch noch die Orte Berverath (100 Einwohner), Kuckum (500 Einwohner), Keyenberg (800 Einwohner), Westrich (160 Einwohner) und Holzweiler (1500 Einwohner) folgen.

Lausitzer Braunkohlerevier

Im Lausitzer Braunkohlerevier bei Cottbus sind neun Dörfer durch die Braunkohlepläne des Konzerns Vattenfall bedroht. Die Orte Atterwasch (240 Einwohner), Kerkwitz (500 Einwohner) und Grabko (150 Einwohner) sollen der Erweiterung des Tagebaus Jänschwalde-Nord zum Opfer fallen. Vattenfall hat Ende 2008 den Antrag auf Erweiterung des Tagebaus gestellt, der bis 2015 genehmigt werden soll.

Für den geplanten Tagebau Welzow-Süd sollen die Dörfer Proschim und Lindenfeld sowie ein Ortsteil von Welzow mit insgesamt 800 Einwohnern abgebaggert werden.

Dem geplanten Tagebau Nochten sollen die Dörfer Rohne, Mulkwitz, Mühlrose und Klein-Trebendorf sowie Teile von Schleife mit insgesamt 1300 Einwohnern weichen.


Mitteldeutsches Braunkohlerevier

In der Nähe von Leipzig plant die Mibrag den Aufschluss des neuen Tagebaus Lützen. Diesem Tagebau müssten die neun Ortschaften Schweßwitz, Michlitz, Röcken, Sössen, Bothfeld, Gostau, Kölzen, Stößwitz und Ellerbach mit zusammen ungefähr 1000 Einwohnern weichen. Der Antrag für den neuen Tagebau wurde zwar noch nicht gestellt, aber Probebohrungen und Planungen für das neue Kraftwerk Profen lassen keine Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Pläne aufkommen.

Außerdem hat die Mibrag die Erweiterung ihres Tagebaus Vereinigtes Schleenhain beantragt. Diese Erweiterung bedroht die Existenz des Ortes Kieritzsch mit 300 Einwohnern.


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