Argumente

10 Argumente für einen schnellen Braunkohleausstieg

1. Braunkohle ist der klimaschädlichste aller Energieträger: Kein fossiler Energieträger verursacht höhere Kohlendioxid-Emissionen als Braunkohle. Von den 960 Millionen Tonnen Kohlendioxid, die Deutschland 2010 emittierte, stammten 170 Millionen Tonnen vom Energieträger Braunkohle. Obwohl die Braunkohle nur 10% zum Primärenergieverbrauch beiträgt, verursacht sie knapp 20% der CO2-Emissionen. Die Ursache dafür ist neben dem schlechten Wirkungsgrad der Braunkohlekraftwerke, der geringe Energiegehalt von Braunkohle.  Die Verbrennung von 1 Steinkohleeinheit (SKE) Braunkohle verursacht 3,25 kg Kohlendioxid. Hingegen entstehen durch 1 SKE Steinkohle 2,68 kg CO2, bei Erdöl sind es 2,3 kg und bei Erdgas 1,5 kg.

2. Die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid (CCS) ist keine Lösung: Durch die Abscheidung und unterirdische Speicherung des bei der Verbrennung von Braunkohle entstehenden Kohlendioxids, möchte sich die Braunkohlebranche ein klimafreundliches Image geben. Dabei gibt es berechtigte Zweifel, dass das in hoher Konzentration tödliche Gas langfristig im Boden bleibt. Außerdem könnte die CO2-Endlagerung Salzwasser im Boden verdrängen und das Grundwasser verseuchen. Die Technik ist zudem frühestens 2025 einsatzbereit und führt zu einem stark steigenden Brennstoffbedarf. Die Kohlendioxid-Einlagerung ist daher nicht mehr als ein Vorwand, um den Ausstieg aus der Braunkohle zu verzögern.

3. Braunkohlekraftwerke sind keine Brücke ins regenerative Zeitalter: Braunkohlekraftwerke sind – ebenso wie Atomkraftwerke – zumeist Grundlastkraftwerke, die permanent die gleiche Menge Strom ins Netz einspeisen. Grundlastkraftwerke können nicht flexibel darauf reagieren, wenn viel Wind- oder Sonnenstrom ins Netz gespeist wird. Ebenso wie Atomkraftwerke sind sie daher ein Hindernis für den Ausbau regenerativer Energien. Als Ergänzung für Wind- und Solaranlagen werden stattdessen hochflexible Gaskraftwerke benötigt. 

4. Für Braunkohlentagebaue müssen ganze Dörfer zerstört und deren BewohnerInnen zwangsumgesiedelt werden: Weil die Braunkohle in Deutschland unter bewohntem Gebiet vorkommt und nur im Tagebau gefördert wird, müssen die darüberliegenden Dörfer weichen. Mehr als 20 Dörfer sind gegenwärtig von genehmigten oder geplanten Tagebauen in ihrer Existenz bedroht. Für die BewohnerInnen bedeutet die Zwangsumsiedlung einen schweren Verlust von kultureller Identität: mit den Dörfern werden Kirchen, Friedhöfe, Baudenkmäler etc. dem Boden gleichgemacht. Weil die Grundstückpreise schon lange vor der Abbaggerung fallen, bedeutet diese für viele auch große finanzielle Einbußen.

5. Braunkohlentagebau zerstört wertvolle Wälder, Wiesen und Ackerflächen: Zusätzlich zu den Dörfern werden für den Braunkohleabbau auch wertvolle Biotope sowie Land- und Forstwirtschaftsflächen zerstört. In den für den Abbau vorgesehenen Gebieten leben gegenwärtig noch zahlreiche bedrohte Arten, so zum Beispiel im ökologisch wertvollen Hambacher Forst bei Köln. Die Zerstörung von landwirtschaftlichen Flächen ist angesichts der weltweiten Ernährungskrise überhaupt nicht zu rechtfertigen.

6. Die für den Braunkohlentagebau nötige Grundwasserabsenkung zerstört wertvolle Feuchtgebiete im Umfeld: Damit die riesigen Abbaugruben nicht mit Wasser volllaufen, muss im Umfeld eines Tagebaus der Grundwasserspiegel künstlich abgesenkt werden. Allein im rheinischen Braunkohlerevier wurden in der Vergangenheit jährlich 1,4 Milliarden Kubikmeter Grundwasser abgepumpt. Dies führt dazu, dass ökologisch wertvolle Feuchtgebiete im Umkreis trockenfallen und das Grundwasservorkommen nachhaltig gestört wird.

7. Braunkohlentagebaue und -kraftwerke führen zur Freisetzung von Radioaktivität, Feinstaub und Schwermetallen: Die in Deutschland geförderte Kohle enthält radioaktive Elemente, die durch den Tagebau und die Verbrennung im Kraftwerk freigesetzt werden. Daher ist die radioaktive Belastung im Umfeld von vielen Kohlekraftwerken sogar höher als bei Atomkraftwerken. Ebenso sind die Braunkohletagebaue und -kraftwerke eine massive Quelle von gesundheitsschädlichem Feinstaub und von Schwermetallen.

8. Die riesigen Braunkohlegruben können zu Pumpspeicherkraftwerken umgebaut werden: Pumpspeicherkraftwerke sind Wasserkraftwerke, die Strom speichern, indem sie Wasser in einen höhergelegenen Stausee pumpen und bei Bedarf ablassen. Stromspeicher sind ein zentrales Element einer regenerativen Stromversorgung, um zeitweise überschüssigen Wind- oder Solarstrom zwischenzuspeichern. Einem Artikel der Zeitschrift Solarzeitalter zufolge sind die Braunkohlegruben die einzigen Standorte in Deutschland, an denen Pumpspeicherkraftwerke ohne schwerwiegende Eingriffe in die Natur errichtet werden können. Dazu muss aber die Förderung der Braunkohle baldmöglichst eingestellt werden.

9. Zahlreiche Arbeitsplätze der Branche können auch bei einem Braunkohleausstieg erhalten bleiben: In der Braunkohlebranche arbeiten ca. 22.000 Menschen. Die Befürchtung, dass diese Arbeitsplätze bei einem Braunkohleausstieg alle verloren gehen, ist übertrieben. Denn viele Anlagen der Branche können umgenutzt werden, so dass Arbeitsplätze erhalten bleiben. Tagebaulöcher können in Pumpspeicherkraftwerke umgebaut werden und an den Kraftwerksstandorten können hochflexible Gaskraftwerke gebaut werden. Auch die Maßnahmen zur Renaturierung der Tagebaugebiete schaffen noch Arbeitsplätze für viele Jahre. Schließlich können die Abbaugebiete zu attraktiven Touristenregionen werden, wenn dort Seenlandschaften entstehen.

10. Die Braunkohlebranche wird vom Staat mit erheblichen indirekten Subventionen gefördert: Die Branche behauptet, Braunkohle sei der einzige heimische Energieträger, für den der Staat keine Subventionen zahlt. Diese Aussage stimmt aber nur, wenn man einen sehr engen Subventionsbegriff anlegt. Eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie des FÖS belegt für den Zeitraum 1950-2008 eine indirekte staatliche Braunkohleförderung in Höhe von 101 Milliarden Euro. So müssen die Braunkohleförderer beispielsweise kein Wasser-Entgelt für das Abpumpen des Grundwassers bezahlen. Wenn für den Tagebau Autobahnen verlegt werden , so zahlt die Kosten der Steuerzahler. Schließlich beteiligt sich der Staat mit erheblichen Fördergeldern an der Forschung zur Kohlendioxid-Abscheidung und Speicherung. 

10 Antworten zu Argumente

  1. Lügendetektor schreibt:

    10-facher Unsinn

    zu 1. Selbst wenn man den Blödsinn glaubt, dass CO2 einen relevanten Einfluss auf unser Klima hat und es dadurch wärmer wird, so ist unstrittig, dass warme Zeiten für die Menschheit eher gute Zeiten waren. Demnach ist Braunkohle der klimanützlichste Energieträger. Vielleicht können Sie in dem Zusammenhang einmal erklären, wie man einen statistischen Mittelwert, denn nichts anderes ist das Klima, “killt”?
    Wenn das Klima einmal “gekillt” ist, gibt es dann kein Klima mehr?

    zu 2. Da das Argument zu 1. schon Unsinn ist, macht das 2. Argument auch keinen Sinn. CCS ist wegen der Unnötigkeit und der Ressourcenverschwendung zu verwerfen.

    zu 3. Braunkohlekraftwerke liefern bedarfsorientiert Strom, im Gegensatz zu
    Wind- oder Sonnenenergie, die nur Zufallsstrom liefern. Ohne unsere zuverlässig arbeitenden Kraftwerke wäre unser Netz nicht zu bezahlbaren Preisen aufrecht zu erhalten.

    zu 4. Auch wenn die Umsiedlung gewiss eine Belastung ist, so ist sie doch für viele “wie ein Sechser im Lotto” (Originalzitat). On eine kulturelle Identität verloren geht, ist individuell verschieden. Viele gewinnen aber auch, weil sie in eine neues Haus nach ihren Bedürfnissen ziehen, dass den modernsten Anforderungen hinsichtlich Heizung, Wärmedämmung und Energiestandard entspricht.

    zu 5. die Landschaft wird nur temporär in Anspruch genommen und in der Regel ökologisch aufgewertet der Natur in wenigen Jahrzehnten zurück gegeben. So sind die Rekultivierungen der ehemaligen Tagebaue heute hochwertige
    Naturschutz- und Naherholungsgebiete. Gerade in den Rekultivierungen leben wegen der extensiven Bewirtschaftung heute so viele bedrohte Arten und Tierarten der Roten Liste, wie in kaum einer anderen Landschaft. Gerade der Hambacher Forst wird in wenigen Jahrzehnten durch die bewaldete Sophienhöhe mindesten gleichwertig ersetzt. Auch sind die Ackerflächen der Rekultivierung begehrt, weil diese Parzellen flurbereinigt sind und durch den Lößauftrag und die Vorbewirtschaftung optimal für die spätere Nutzung vorbereitet sind.

    zu 6. Damit die Feuchtgebiete nicht trocken fallen, wird das abgepumpte Wasser in aufbereiteter Form den Feuchtgebieten wieder zu Verfügung gestellt.
    Wie gut dieser Ausgleich im Rheinland beispielsweise funktioniert, lässt sich beim Erftverband in Erfahrung bringen.

    zu 7. Die Schwermetallbelastung ist in den Lockergesteinsschichten vernachlässigbar. Die marginalen Mengen werden zudem bei der Verbrennung in der Asche gebunden. Auch im Bereich der Kernkraftwerke ist die radioaktive Belastung nicht höher als die Strahlung in der Umgebung.

    zu 8. Durch die Zufallsstromeinspeisenden Wind- und PV-Energieanlagen wird die Notwendigkeit nach Speichertechnologien noch größer, was die ohnehin exorbitant teuren Erneuerbaren noch einmal verteuert. Die Aussage aus der Zeitschrift Solarzeitalter ist erwartungsgemäß Humbug, denn völlig ohne Auswirkungen für die Umwelt ließen sich PSW in alten Steinkohlenzechen oder Erzgruben errichten.

    zu 9. PSW beschäftigen nur sehr wenige Personen. Selbiges gilt für Gaskraftwerke. Zudem ist Gas sehr teuer vergrößert unsere Abhängigkeit. Zudem ist es ein Verbrechen an unsere nachfolgenden Generationen Gas zur Stromerzeugung zu verschwenden, weil dieser Energieträger dafür viel zu rar und kostbar ist. Die Renaturierung wird ja auch jetzt schon durchgeführt, d.h. da entstehen keine neuen Arbeitsplätze. Sie müssen aufpassen, dass Sie sich nicht in Ihrer Argumentation zu 5. widersprechen. Aber die attraktive Seenlandschaft wird später auch so kommen.

    zu 10. Hat Greenpeace überhaupt schon mal die Wahrheit gesagt (siehe Brent Spar)? Die Studie ist komplett für die Tonne. Da wird das Nichtvorhandensein einer Steuer als Subvention verkauft (da stelle man sich mal vor, was dann alles subventioniert wird). Natürlich bezahlen die Braunkohlenförderer ein Wasserentgelt, für das Wasser, was sie benutzen. Natürlich bekommen die Kommunen oder Straßenbaulastträger den Zeitwert ihrer infrastrukturellen Einrichtung + ein Zuschlag X erstattet.

    Bevor Sie fragen, auch wenn ich aus einer Braunkohleregion stamme; nein, ich bin nicht bei einem EVU oder Bergbaubetrieb beschäftigt. Auch nicht bei einem Unternehmen, dass mit einem EVU in einem Abhängigkeitsverhältnis steht.

  2. Jonathan schreibt:

    @ Lobbyist:

    Braunkohle “killt” über den Treibhauseffekt ein menschenfreundliches Klima mit niedrigen Wetterintensitäten, alleine die Möglichkeit einer anthropogenen Klimaerwärmung verpflichtet uns zum Handeln. Natürlich darf man bei CO2 nicht stehen bleiben und muss alle Treibhausgase sowie Ressourcennutzung auch aufgrund peak soil und peak water reduzieren und auch hier spielt bei der Zerstörung Braunkohle die übergeordnete Rolle.
    Braunkohlekraftwerke liefern ebensowenig wie Atomkraftwerke bedarfsorientierten Strom, sondern sind aufgrund ihrer unflexiblen Grundlasten in der Anpassung und dadurch in der Effizienz und Wirtschaftlichkeit katastrophal. Unsere Netze werden über intelligente Koppelung von Windkraft, Solarkraft, Biogasanlagen und Blockheizkraftwerken bald schon in 100 Gemeinden in Deutschland aufrecht erhalten: 100% Erneuerbar!

    Der erzwungene Verlust von Lebensraum und Identität ist ein Verbrechen an Menschen und Umwelt. Dass sie gut heißen das Menschen soetwas angetan wird zeigt entweder dass sie selbst nie dazu gezwungen wurden ihr Zuhause zu verlassen oder ihrem menschlichen und natürlichen Umfeld sehr entfremdet sind.
    Gehen sie mal nach Borschemich und reden sie mit den Menschen: Ich war vor Ort und KEIN EINZIGER MENSCH hat dort von einem “Sechser im Lotto” geredet, sondern waren empört über die Zerstörung des Waldes und ihrer Gemeinschaft unter dem Zwangsdiktat von RWE!
    “Ökologisch aufbereitete Natur können sie auch wunderbar im Lausitzer Braunkohlerevier begutachten. Dort hat Vattenfall im letzten Monat das “restaurierte” Gebiet weitere 20 Jahre sperren müssen und den Bauern weitere Entschädigungen zahlen, da die Abrutschgefahr und damit die Sicherhiet nicht gewährleistet werden kann. Zwischen den pyritübersauerten Seen, in denen Organismen keine Lebensgrundlage mehr haben, lässt es sich besonders gut im Abraum entspannen.
    Zur Radioaktivität, ja sie ist höher als ind er natürlichen Umwelt: http://www.bund-nrw.de/fileadmin/bundgruppen/bcmslvnrw/PDF_Dateien/Themen_und_Projekte/Energie_und_Klima/Kohlekraftwerke/BUNDhintergrund_Radioaktivitaet_aus_Kohlekraftwerken_11_2008.pdf

    Zur Feinstaubbelastung und Erkrankungen (z.B. 30% erhöhtes Asthmarisiko): http://www.taz.de/1/nord/artikel/?dig=2007%2F11%2F21%2Fa0001&src=UA&cHash=0c8c07956b

    Und zuletzt eine Frage zu Arbeitsplätzen: Wieviele Arbeiter werden in einem Kohletagebau und Kraftwerk noch eingesetzt? Wieviel wären es ohne die Subventionen der Regierung? Wie ist die Tendenz der Arbeitsplätze für erneuerbare Energien?

    Danke

    und

    stop destroying our future! Work with us!

  3. taxadvisers schreibt:

    Danke Lügendetektor, genau dies ist auch meine Meinung. Zu Punkt 9 – Arbeitsplätze möchte ich noch ergänzen, dass z.B. im Braunkohlerevier Südbrandenburg derzeit ca. 8000 Beschäftigte arbeiten, abgesehen von den Peripheriearbeitsplätzen – warscheinlich noch einmal 15000. Wenn diese Menschen keine Arbeit mehr haben, werden sie sich selbst zwangsumsiedeln – in Richtung Westen – und das auf eigene Kosten. Denn die Gaskraftwerke werden mit hoher Warscheinlichkeit nicht im Raum Cottbus gebaut.

    Thema Pumpspeicher: Ich habe keine Idee, wie man ein Pumpspeicherwerk in einer flachen Landschaft baut, vielleicht habe ich in der Schule nicht richtig aufgepasst – wie peinlich…

    Hat Greenpeace bei regenerativen Energien geprüft wie hoch der Ausstoß von Schwermetallen und Co2 bei der Produktion der Photovoltaikanlagen und der Windkraftanlagen ist? Wie viele Landschaften durch diese Anlagen entwertet werden? Aber richtig – die Anlagen werden mittlerweile zunehmend in China produziert – das ist fast so weit weg wie Japan, da werden die Schmutzpartikel schon nicht bis zu uns kommen.

    Im Übrigen ist Tourismus keine tatsächliche Wertschöpfungskette, von der wir in Deutschland dauerhaft leben können.

    Hört endlich auf mit der Traumtänzerei, werdet sachlich und denkt mal neben schwarz-weiss in den vielen bunten Facetten des Lebens.

    Und nein, ich arbeite im Dienstleistungssektor Steuerberatung. Bin also kein RWE / Eon /Vattenfall – Sprecher.

    • Lügendetektor schreibt:

      PSW ließen sich im Flachland in alten Bergwerken errichten. Dort gibt es große Hohlräume auf unterschiedlichen Sohlenniveaus und Schächte, die diese Sohlen verbinden. Die Grundvoraussetzungen für PSW sind also gegeben.

  4. Lügendetektor schreibt:

    @ Jonathan
    Nein, wenn es wärmer werden würde, wonach es leider seit 10 Jahren nicht mehr aus sieht, bräuchten wir nichts dagegen zu tun, denn warme Zeiten waren stets gute Zeiten für die Menschheit. Leider wird es seit 10 Jahren nicht mehr wärmer und wenn es zu einer neuen kleinen Eiszeit kommt, die nicht wenige Wissenschaftler vorher sagen, wird es bitter.
    http://www.woodfortrees.org/plot/hadcrut3vgl/from:2001/plot/hadcrut3vgl/from:2001/trend

    Auch mit noch so “intelligent” gekoppelten Zufallsstrom lässt sich nicht zu bezahlbaren Preisen eine Stromversorgung in Deutschland sicher stellen. Somit fließt zukünftig französische, tschechische oder ukrainische Kernenergie durch unsere Netze.
    Ich komme zwar aus einer Braunkohlenregion, aber leider werde ich nicht umgesiedelt, denn für mich, wie für viele Menschen in den betroffenen Orten, wäre eine Umsiedlung das Beste, was uns passieren könnte. Viele Orte sind landwirtschaftlich geprägt, aber von den kleinen Höfen im Dorf kann man schon lange nicht mehr leben. So werden nur noch sehr wenige Höfe genutzt. Die Bewohner gehen anderen Berufen nach. So sind viele sehr froh, den Klotz am Bein gegen gutes Geld los zu werden und sich ein schmuckes neues, bedarfsgerechtes Haus zu bauen. So jammern einige auf sehr hohem Niveau. Sie werden auch nicht entfremdet, wenn sie 5 km umziehen, zumal die Nachbarschaften, wenn gewünscht, erhalten bleiben.

    Das in der Lausitz viele DDR-Sünden im Nachhinein nicht mehr zu heilen sind, ist zwar bedauerlich, aber eben auch nur ein Teil der Kosten der Einheit. Wenn dort Gebiete gesperrt werden müssen, ist das schade, aber der Natur kommt diese Sprerrung zu gute. Dort kann sich dann, wie auch in Tschernobyl, ein hochwertiges Naturschutzgebiet entwickeln.
    Der (bekannte) BUND Artikel ist eine maßlose Übertreibung, denn Braunkohle enthält wenige radioaktive Isotope, die zudem in der Asche gebunden werden, die zu >99,5% abgeschieden wird.
    Selbiges gilt auch für den TAZ Artikel.

    Übrigens, die Braunkohle wird nicht subventioniert und steht auch darum unter Kosten- und Effizienzdruck. Die können nicht arbeiten wie beispielsweise die PV-Branche, die für knapp 2% Zufallsstrom vom Stromkunden mit > 5 Mrd. Euro unterstützt wird.

    Nein, ich arbeite nicht bei einem EVU.

  5. Jonathan schreibt:

    Die Braunkohle und Kernenergie wurde die letzten 50 Jahre (!) indirekt und direkt durch steuerliche Erleichterungen, Privilegien in der Raumordnungsplanung, Altlastenentsorgung und Versicherung durch öffentliche Bürgschaften in mehrfachen Milliardenbeträgen subventioniert. Es ist schon peinlich, dass dies genau jetzt den Erneuerbaren vorgeworfen wird von denen, die am meisten von staatlichen Subventionen profitiert haben und immer noch profitieren.
    Unser Ziel ist eine maximal ressourceneffiziente, bedarfsorientierte Gesellschaft mit gesunder Umwelt für die Menschen und dazu gehören Großkraftwerke mit unflexiblen Grundlasten und Energiequellen mit giftigen und gefährlichen Abfallstoffen definitiv nicht.
    Das werdet auch ihr früher oder später merken. Je früher desto besser sind unsere Chancen unser Ziel zu erreichen…arbeitet mit uns zusammen für partizipative, effiziente, kommunale und regenerative Energiesysteme. In Hamburg und Stuttgart, sowie in über hundert 100% Regionen hat die Wende schon begonnen…je länger ihr euch gegen effiziente, bürgereigene und umweltfreundliche Energiesysteme stellt, desto steiler wird euer Fall. Wir freuen uns auf eure Zusammenarbeit für eine bessere Zukunft!

    • Lügendetektor schreibt:

      Seltsam, dass man diese Subvention in den Subventionsberichten vergessen hat. Aber natürlich kenne ich diese hirnrissigen Studien von Greenpeace, die z.B. das Nichtvorhandensein eine Steuer als Subvention bezeichnen. Da stelle man sich mal vor, was dann alles subventioniert wird. Dabei wird natürlich übersehen, dass auch Wind, Wasser und Sonne nicht besteuert werden. Das Bodenschätze, auch zur Rechtswahrung des Bergbauberechtigten, raumplanerisch berücksichtigt werden müssen, hat auch nichts mit Subvention zu tun. Ebenso weiß jedes Kind, dass der Bergbautreibende die Altlastenentsorgung betreibt. Selbiges gilt auch für die KKW-Betreiber, die dafür Milliardenrückstellungen bilden mussten. Auch wurde noch nie nur ein Bruchteil der Haftpflichtversicherungssumme unserer KKW in Anspruch genommen. Demnach ist auch die Bürgschaft wieder eine Seifenblase. Die von Ihnen beschriebenen „Subventionen“ entpuppen sich als heiße Luft.
      Ein sparsamer und sinnvoller Umgang mit unseren Ressourcen, ist oberstes Gebot. Eine „bedarfsorientierte Gesellschaft“ deutet jedoch wieder auf eine Gesellschaftsreform totalitärer Systeme hin. Was wir brauch ist eine bedarfsorientierte Energieversorgung. Die lässt sich aber mit Zufallsstrom nicht sicher stellen.
      Wieso soll es keine Großkraftwerke mit gesunder Umwelt geben? Sind Großkraftwerke umweltschädlicher als vogelhäckselnde Windkraftanlagen oder Biomasse, für den der Regenwald gerodet wurde?
      Unsere Großkraftwerke, speziell Braunkohle und Kernenergie, müssen nicht in der Grundlast fahren. Da die Brennstoffkosten bei der Braunkohle gering sind, bei der Kernenergie sogar vernachlässigt werden können, machte alles andere als Volllast wenig Sinn, es geht aber auch anders. Für die giftigen und gefährlichen Abfallstoffe gibt es Endlager. Mit „Schacht Konrad“ für 95% des Abfalls und für den Rest geht die Suche zum Glück jetzt weiter.
      Auch Sie werden noch früh genug erkennen, dass gerade unsere Wirtschaft auf eine bezahlbare und zuverlässige Energieversorgung angewiesen ist. Die ist allerdings mit Ihrer verträumten Vorstellung einer Energieversorgung nicht realisierbar. So wird unsere Industrie aus Deutschland vertrieben, die energieintensive zuerst.

  6. Jonathan schreibt:

    Großkraftwerke bieten keinerlei Möglichkeit zur Partizipation, schneller Effizienzverbesserung, flexibler Anpassung und Selbstversorgung und das ist genau das was wir brauchen: Beschleunigung in unserer Energiewende! Das geht nur mit dezentralen Versorgungsstrukturen und Energiequellen die überall verfügbar sind….jedes einzelne geplante Kraftwerk und jeder neuerweiterte Tagebau, verhindert diese Beschleunigung zu unserem Ziel und zementiert den größerwerdenden Klotz an Abfallstoffen und Zerstörung, der uns hindert endlich bürgereigene, effiziente, flexible und umweltfreundliche Energiesysteme zu erreichen.

    • Lügendetektor schreibt:

      Auffällig ist, dass es dem Menschen mit ihrer verträumten Vorstellung einer Energieversorgung an wesentlichen technischen und physikalischen Kenntnissen mangelt. Flexible Anpassung geht auch in einem ausreichenden Rahmen mit Großkraftwerken. Was nach Ihrer verträumten Vorstellung einer idealen Energieversorgung ein Optimum darstellt, ist Ressourcenverschwendung und Ineffizienz ^3. Mit Ihrer dezentralen Versorgungsstrukturen können Sie ggf. ein paar Hütten in Afrika versorgen, nicht aber eine Industrienation. Die privaten Haushalte machen ein gutes Viertel der Stromabnehmer aus. Stellen Sie sich vor, eine Alu- oder Kupferhütte wirft den Betrieb an. Wie wollen Sie mit einer dezentralen Struktur deren Betrieb sicher stellen? So viel Strom können Sie gar nicht zusammen kratzen. Von der niedrigen Spannungsebene, bei der Sie nur Verluste erzeugen gar nicht erst zu reden. Ein entsprechendes Netz ist dafür auch nicht vorhanden. Ihre verträumte Vorstellung einer zukünftigen Energiestruktur läuft Ihren Zielsetzung völlig zuwider.
      Bürgereigen sind unsere Kraftwerke, denn unsere EVU gehören u.a. nicht nur den privaten Anteilseigner, sondern auch teilweise der Öffentlichen Hand.
      Effizient sind gerade die neu errichteten Kraftwerksblöcke, die auch flexibel betrieben werden können. Umweltfreundlich sind sie auch, zumindest nicht umweltschädlicher als die von Ihnen propagierten Energieerzeugungsarten.
      Zudem halten die Großkraftwerke noch zu bezahlbaren Preisen uns Netz stabil. Ein Teil dieser Stabilität geht mit jedem abgeschalteten Kraftwerk verloren.

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